Gästebuch

Ewald aus Emsland schrieb am 30/05/2016:
Mir fehlen die Worte, was geht nur in manchen Menschen vor!! Es gibt doch im Leben nichts schöneres als ein Kind. Ich finde Eure Arbeit sehr gut und wichtig. Ihr habt meinen vollen Respekt. Und liebe Leute, lieber 1000 x umsonst Hilfe holen, als einmal zu wenig. Seit mutig!!! ***Vielen Dank für Deinen Gästebucheintrag!***
Jette aus Deutschland (DEU) schrieb am 25/05/2016:
Noch kann ich nicht viel sagen, da mir die Worte fehlen. Tief berührt bin ich von den Schicksalen... Ich wünsche Euch Kraft für diese Arbeit, dass ihr nicht daran zerbrecht. Es ist unfassbar was da in unserer Mitte geschieht. ***Danke!***
Rehberg schrieb am 13/05/2016:
Wie soll ich anfangen... Ich bin auch durch den Fall des kleinen Leo auf Ihre Homepage gekommen. Seit dem lassen mich die Schiksale der kleinen Engel nicht mehr los. Selbst Mutter einer Tochter, kann ich nicht aufhören daran zu denken, was mit Kindern mitten unter uns passiert. Dabei erscheint der schnelle Tod in manchen Fällen wie Gnade! Wut, Verzweiflung und Mordgelüste sind noch die harmlosesten Empfindungen.. Und noch der dringende Wunsch etwas zu tun. Ich habe leider die falsche Ausbildung um direkt tätig zu werden, aber vielleicht ist Ihr Ansatz der richtige um Menschen wachzurütteln und ja auch zu schockieren, damit wir endlich mehr Acht aufeinander geben - Danke! ***Vielen Dank für Deinen Gästebucheintrag. Gerne kannst Du uns auch aktiv unterstützen, wenn Du etwas tun möchtest. LG***
Denise aus Hanau schrieb am 04/05/2016:
Liebes Team von schutzlos-wehrlos, als ich von dem Fall Leo in Mönchengladbach gehört habe, der nur 19 Tage alt werden durfte und durch die Hand seines Erzeugers so qualvoll sterben musste, dachte ich, was sind das für Kreaturen die zu so was im Stande sind? Ich bin dann durch Zufall auf eure Seite gekommen, meine absolute Hochachtung und all meinen Respekt an euch, für diese wichtige Seite. Ich fing an, die Geschichten der armen, schutz- und wehrlosen Kindern und Babys zu lesen. Ich bin zutiefst geschockt von den Schicksalen der kleinen Wesen und stelle mir immer und immer wieder die Frage: Warum? Es lässt mich nicht mehr los. Ich versuche für mich eine Erklärung zu finden, doch es gibt einfach keine. Natürlich stelle ich mir auch die Frage, wer hat Schuld bzw. trägt die Schuld. In erster Linie natürlich die Täter. Doch lese ich in fast jeder Geschichte, dass das Jugendamt bereits Kenntnisse über die Zustände in den Familien hatte oder wusste, wie es dort zuging. Auch über Pflegefamilien die dann selbst die Täter waren. Das übersteigt wirklich meinen Verstand. Es könnte doch eigentlich so einfach sein. Ich denke aber, es liegt viel an dem Arbeitsaufwand, an dem Desinteresse und an unserer Gesellschaft. Nach dem Motto, was ich nicht sehe ist auch nicht da! Die Strafen sind sowieso zu lasch und zu milde! Meines Erachtens haben hier alle Täter, die letzten Endes eines sind: Mörder, ihr weiteres Dasein verwirkt. Ich finde eure Seite wirklich super und ich finde es ganz toll, dass ihr euch die Mühe macht jedes einzelne Schicksal so zu würdigen, damit die kleinen Seelen nicht in Vergessenheit geraten. Ein großes Dankeschön auch für eure Informationen und Tips. Ich werde mein bestmöglichstes tun, um zu unterstützen. Traurige Grüße Denise ***Liebe Denise, vielen Dank für Deinen Gästebucheintrag und das auch Du, dadurch das Du die Geschichten der Kinder gelesen hast, ihr Andenken in Dir tragen wirst. Gerne kannst Du uns natürlich auch bei unserer Arbeit aktiv unterstützen. LG schutzlos-wehrlos e.V. ****
Klaus aus Alzenau schrieb am 18/01/2016:
Hallo und guten Tag liebes Team von schutzlos-wehrlos.de Im Rahmen meiner eigenen Recherchen zum Thema Kindesmisshandlungen, auf dessen Ursachen - Wirkungen und Folgen, ich auch schon seit vielen Jahren mit meiner Webseite ex-Heimkinder.de gewaltpräventiv aufmerksam zu machen versuchte, bin ich heute zufällig über eure hochinteressante Webseite gestolpert. Ich muss euch sagen, euer Engagement begeistert mich gleichermaßen, wie ich über eure vorgestellten Opfergeschichten tief bestürzt bin. War ja selbst mal davon betroffen und als Webmaster sind mir zwischenzeitliche etliche grauenvolle Erfahrungen anderer Betroffener bekannt geworden, so dass man denken könnte, mich haut so schnell nichts mehr um. Aber Irrtum, es ist immer wieder aufs Neue eine emotionale Herausforderung mit den Abgründen unser teils gesellschaftlichen Verwahrlosung konfrontiert zu werden. Dennoch erachte ich die Veröffentlichung solcher Tragödien als außerordentlich wichtig, denn erst wenn die Opfer ein nachvollziehbares Gesicht bekommen, dürften die dahinterstehenden Geschichten andere Menschen animieren, sich auch persönlich für einen aktiveren Kinderschutz einzusetzen. Jeder kann etwas dazu beitragen wenn er/sie diese Thematik nur schon in seinem/ihrem Bekanntenkreis thematisiert. Da ist oft schon ganz wenig sehr viel Hilfe, wenn mehr Menschen sensibilisiert werden wenigstens etwas genauer hinzuschauen. Ist auf der anderen Seite schon eine recht komplexe Angelegenheit um spürbare Veränderungen zu erzielen. Nicht zuletzt, weil sich mit der institutionalisierten Leidensverwaltung ein gewinnträchtiger Wirtschaftszweig verselbstständigt hat, der meinem Eindruck nach gar nicht mal ein sooo gro0es Interesse an hilfreichen Veränderungen hat. Aber das ist wieder ein Thema für sich. Ich finds jedenfalls prima, dass ihr euch, dieses wichtigen Themas angenommen habt und hoffentlich noch viele Menschen findet, die sich angesprochen fühlen, bewusster hinzuschauen. Eure Webseite werde ich in jedem Fall schon bald in meine alte, wie auch geplante neue Webseite integrieren. Denn zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass die Heimkinderthematik öffentlich noch immer dermaßen negativ stigmatisiert ist, um bis heute nach zehn Jahren Onlinepräsenz kaum eine nennenswerte Resonanz erfahren zu haben. Daher wird mein nächster Versuch Aufmerksamkeit für notwendige Bildungsreformen hinsichtlich eines greifbaren Kinderschutzes zu erzeugen, mit einer unbelasteten Webseite starten, die Nichtbetroffenen bestehende Berührungsängste nehmen sollte, um sich dennoch mit den unangenehmen Seiten unserer Gesellschaft aktiver zu befassen. Schaun wir mal. In jedem Fall freue ich mich diese Webseite gefunden zu haben und wünsche euch wie auch uns im Interesse künftiger Kindergenerationen viel Erfolg und Aufmerksamkeit. Mit besten Grüßen Klaus Klüber ***Lieber Klaus, vielen Dank für Deine Worte und Deine Anteilnahme. Wir werden uns gerne auch einmal Deine Webseite ansehen. Vielen Dank für den Hinweis. ****
Elke aus Deutschland Sachsen schrieb am 21/12/2015:
Liebes Team, ich finde es großartig, dass Ihr euch mit so einem Thema befasst und es öffentlich macht. Leider wird von Seiten der Politik viel zu wenig getan und die Täter bekommen oftmals eine zu geringe Strafe. Was sagt das aber aus ? Dieses lebensfeindliche System jagt lieber "Täter" welche 1 Cent Steuern hinterziehen, als sich mit diesem brisantem Thema zu befassen. Seit mir der "Fall" der Marianne Bachmeier bekannt wurde, beschäftigt mich diese schreiende Ungerechtigkeit von Seiten der Justiz. Mir sind leider horrende Mißhandlungen bekannt geworden wo das Leid der Kinder fürchterliche Ausmaße angenommen hatte bis sie "endlich Ruhe" hatten vor ihren Peinigern, welche sich auch noch Eltern nennen. Diese profitsüchtige und auf Spaß ausgerichtete Gesellschaft ist emotional fast tot und die eigentlich wichtigen Werte wie: Nächstenliebe Menschlichkeit, Barmherzigkeit, werden zunehmend zur Farce. Darum möchte ich gerne Eure Arbeit unterstützen, was in meiner Möglichkeit steht.
Rebeca W. aus Deutschland schrieb am 09/10/2015:
Kinder sollten nicht auf Perfektion und Leistung getrimmt werden. Auch sollen sie nicht die Träume ihrer Eltern verwirklichen müssen, sondern ihr eigenes individuelles Leben führen können. Sind Eltern jedoch damit nicht einverstanden, so werden sie gewalttätig und die Kinder verlieren ihre Kontrolle… werden pychisch wenn nicht auch physisch krank. Depressionen, Herzinfarkt, … nur wenige der Beispiele, wie tief Kinder durch ihre Eltern sinken können. Ich finde eure Webseite richtig stark und ein toller Auftritt, um der Welt zu zeigen, dass Kinder – wie der Slogan schon sagt – nicht vergessen werden. Wir müssen als Beispiel voran gehen, überall und jederzeit. ***Danke für Deine Zeilen und Deine Unterstützung!!!*****
Isabell Kreymann aus Moers schrieb am 07/07/2015:
Liebes Schutzlos-Wehrlos-Team. Ich verfolge schon lange eure Beiträge auf Facebook und habe mich heute entschlossen, mir alle Leidensgeschichten auf eurer Homepage, durch zu lesen, damit ich ein Teil davon sein kann, das die armen Mäuse nicht in vergessenheit geraten. Wobei ich sagen muss, das es mir schwer fällt, auch nur ein Schicksal davon durch zu lesen und ich ständig mit den Tränen kämpfen muss. Ich bin selbst Mutter, eines fast 3 Jährigen und es erschüttert mich immer wieder, wie man so einem kleinen, wehrlosen und wundervollen Geschöpf so etwas schlimmes antun kann. Ich kann es nicht begreifen und jede einzelne Geschichte, dich ich bis jetzt gelesen habe, zerreißt mir mein Herz ein stückchen mehr. Seitdem ich Mutter bin, leide ich wirklich unter jedem dieser Schicksale noch mehr. Lange habe ich überlegt, wie ich den Kindern helfen kann.. Leider wird es da wohl nie 100%ige rettung geben. Aber um wenigstens etwas beitragen zu können, werde ich anfang nächsten Jahres (sofern das Jugendamt mir das erlaubt) neben der Tagespflege auch noch Kinder zur Kurzbetreuung vom Jugendamt aufnehmen... vllt. auch zur Langzeitbetreuung. Somit kann ich wenigstens ein wenig den Kindern zeigen, das es auch anders geht und das es Menschen gibt, denen es wichtig ist, das es ihnen gut geht. Es ist traurig was in dieser Welt geschiet und ich bin der Meinung das viele - die sich Kindern "wünschen" einfach nicht ralistisch genug sind, das ein Kind nicht nur bespaßung ist sondern auch viel Liebe, Arbeit und Zeit bedeuten.. und wenn die Mäuse dann auf der Welt sind, total überfordert sind und ihre Kinder so sehr fehlinterpretieren das sie teilweise sogar davon ausgehen das sie aus boshaftigkeit schreien, weinen und später ihren Schabernack treiben. Ich war eigentlich nie heiß drauf, selber einmal Mama zu werden weil ich wusste das ich dabei einen Teil meiner "Freiheit" aufgeben muss, nicht mehr gemütlich ausschlafen kann, eine sehr große Verantwortung für einen anderen Menschen eingehen muss. Aber als mein Engel auf die Welt kam, habe ich es keine Sekunde bereut, das sich mein Leben nun halt verändert habe. Ich kann sogar mit Stolz sagen, das mein Sohn eine gute Mutter hat und das sogar das Jugendamt meint, das sie selten so ein glückliches Kind gesehen haben. Sobald ich das Finanziell hinkriege, werde ich euch sicherlich auch etwas spenden. Wobei ich mir wünschen würde, das eure Seite keine weitere Geschichte mehr schreiben kann, weil sich die Welt verändert und es kein Kindesleid mehr gibt (man darf ja träumen!) ***Danke für Deinen Gästebucheintrag. Wenn Du Dich einmal über das Thema Pflegeelternschaft informieren möchtest, kannst Du uns gerne kontaktieren. Es ist auch unsere Hoffnung, dass wir irgendwann einmal keine Geschichten mehr schreiben müssen, weil kein Kind mehr so grausam sterben muss. Wir danken Dir, dass auch Du diese Kinder in Deinem Herzen trägst. ****
Patricia schrieb am 24/06/2015:
Liebes Team von Schutzlos-Wehrlos! Ich bin durch das Schicksal der kleinen Sarah aus Thalmässing auf eure Seite gekommen....... Ich habe noch nicht einmal die Hälfte der Leidenswege dieser kleinen Mäuse gelesen, weil ich immer wieder pausieren muss. Ich bin wirklich zutiefst erschüttert. Von den Zahlen der Kindstötungen und euren detaillierten Beschreibungen der einzelnen Leidenswege. Auch darüber, dass die meisten Familien (wenn man diese überhaupt so benennen kann) durch die Behörden betreut waren. Und das in vielen Fällen, die Mutter tatenlos zusah, wie der Lebensgefährte sich an den Kindern vergriff. Ich bin selbst Mama von zwei kleinen Buben (1 und 3). Ich werde auf jeden Fall jede Geschichte lesen und dabei jedem dieser Mäuse gedenken. Vielen Dank, dass Ihr so ein tolles Team seid, dass Ihr Euch mit diesen schrecklichen Taten befasst und diese niederschreibt und somit diese kleine Mäuse unvergessen macht. Traurige Grüße von Patricia ***Herzlichen Dank Patricia das auch Du diese Kinder nicht vergisst. LG ****
Karola Flor aus Niedersachsen / Hohenhameln schrieb am 18/06/2015:
Hallo, ich bin heute auf diese Seite gestoßen und finde es toll, dass ihr den "Überlebenden" Raum gebt, ihre Geschichte zu erzählen. Ich bin auch eine "Überlebende"... meine Eltern haben mich psychisch und körperlich misshandelt, mein Vater war ein sadistischer Alkoholiker, meine Mutter ein depressives Missbrauchs- und Vergewaltigungsopfer. Ich wurde als 4. Kind meiner Eltern 1966 geboren. Meine Schwester war damals fast 14 Jahre alt, meine Brüder 10 und 11 Jahre. Meine Schwester erzählte mir später, dass meine Mutter mit ihren drei Kindern gehen wollte. Sie habe nur "auf den richtigen Moment" gewartet. Als mein Erzeuger dieses mitbekommen hat, hat er angefangen, sie Nacht für Nacht zu vergewaltigen, bis sie schwanger wurde. Mit mir ... Während der Schwangerschaft mit mir hat meine Mutter alles versucht, mich legal loszuwerden. Sie ist die Treppen runter gestürzt, hat Alkohol getrunken, viel geraucht ... Aber wundersamer Weise kam ich gesund zur Welt. Meine Schwester hat mich dann "durchgebracht"... gewickelt, gefüttert, bei Nachbarn zur Betreuung abgegeben, wenn sie zur Schule musste. Als meine Schwester heiratete, war ich 9 Jahre alt. Meine beiden Brüder zogen im selben Jahr aus. Ich ging mit 10 Jahren zum Jugendamt. Dort sagte man mir, ich würde meine Familie nie wieder sehen und meine Eltern ins Gefängnis bringen, wenn ich bei dieser "Geschichte" bliebe... Aber ich habe Selbsterhaltungstrieb gehabt. Ich habe meinem Vater angedroht, wenn ich irgendwelche Wunden / Narben hätte, die ich zeigen könne, würde ich ihn anzeigen und ins Gefängnis bringen. Daraufhin hat er sich "nur" noch auf Psychoterror verlegt. Einer seiner Lieblingssätze war: "du hast zwei Fehler: Du lebst und du tust nichts dagegen" ... Damals begann er dann, vor meinen Augen meine Mutter noch schwerer als vorher zu misshandeln und zu vergewaltigen. Sie machte mich natürlich dafür verantwortlich. Schließlich hat er sie in Ruhe gelassen, wenn er es auf mich abgesehen hatte... Oft musste ich den Krankenwagen rufen, weil er sie die Treppe runter geprügelt hatte oder einfach so bewusstlos geprügelt... Ich stand immer dabei und hatte das Gefühl helfen zu müssen... Das ging so, bis ich dann nach dem Abitur auszog. Ich habe Abitur gemacht, um meinen Eltern zu beweisen, nicht dumm zu sein, wie sie gern behaupteten. In der Schule hab ich keinen Anschluss gehabt, jeder im Dorf wusste, dass mein Vater der dorfbekannte brutale Alkoholiker war. Es wusste jeder, was bei uns los war, aber keiner wollte sich einmischen... Freunde hatte ich wenige, weil die Eltern nicht wollten, dass ihre Kinder sich mit "so einer" abgeben sollten... Das wurde besser, als sich herausstellte, dass ich eine gute Schülerin war, die anderen auch gern half... das war meine Eingangstür ... Schulbücher hatte ich übrigens nie. ich bin in die Leihbücherei gegangen, viele der Bücher konnte man dort ausleihen.... Hefte haben Freunde dann besorgt, ihren Eltern erzählt, sie brauchen zwei ... Stifte etc. hatte immer jemand für mich übrig... Ich habe viel gefehlt in der Schule, weil meine Eltern nicht wollten, dass ich in die Schule gehe, es sei eh sinnlos und ich dumm... Nach der Orientierungsstufe sollte ich auf die Förderschule Lernen abgeschoben werden, weil ich so viel gefehlt habe. Ich hatte das Glück, dass sich mein Klassenlehrer für mich einsetzte. Er hat gesagt, wenn jemand, der nur die Hälfte der Zeit anwesend war, trotzdem ein Zeugnis mit einem Schnitt von 2,5 hat, könnte man dieses Kind nicht auf die Förderschule abschieben... Zur Realschule hat mich meine Mutter angemeldet, weil ich sie angefleht habe und meine Schwester sich für mich eingesetzt hat. Zum Gymnasium habe ich mich dann allein angemeldet. Meine Mutter (sie kann kaum Lesen und Schreiben) hat unterschrieben, was man ihr hingelegt hat... Ich bin heute noch in Therapie, ich konnte meine Kinder kaum mit meinem Mann allein lassen (ich vertraue ihn, ich liebe ihn, aber die Angst war immer da) ... Mein Vater starb vor 5 Jahren. Und ich ging durch die Hölle... weil ich vieles von dem, was passiert ist, einfach auch nicht mehr weiß... ich habe nur Flashbacks und Erinnerungen, die ich gern nicht hätte... Meine Mutter glorifiziert ihn seit seinem Tod... Er war der beste, der tollste und ein guter Mann und Vater... Ich habe heute noch Alpträume. Ich habe Angst vor und warte auf den Tod meiner nun fast 84 jährigen Mutter. Ich habe bei bestimmten Gerüchen oder Worten heute noch zitternde Hände und drehe fast durch... Vor etwa einem halben Jahr wurde meine damalige Nachbarin von ihrem Mann verprügelt... daraufhin war ich fast reif für die Psychatrie, weil ich schreiend aufgewacht bin und tagelang für nichts zu gebrauchen... Ich war wieder 6 Jahre alt ... ich lag da und konnte nichts tun... Ich habe in der Nacht die Polizei angerufen... daraufhin hat sie mich am nächsten Tag übel beschimpft, was ich denn für Probleme hätte, mich in ihr Leben einzumischen... Sie ist dann ein paar Monate später ausgezogen... Mein Mann weiß erst seit etwa 10 Jahren, was bzw. wie viel ich erlebt habe. Ich bin seit fast 25 Jahren verheiratet, habe 3 Kinder, die ich lieben will, aber immer habe ich das Gefühl, ich liebe sie nur, weil ich es will, nicht weil es so ist... Ich bin oft depressiv und kann meinen Tag fast nicht bewältigen. Meine jüngste Tochter ist körperbehindert (Spina bifida, u. a.) ... ich fühle mich verantwortlich dafür. Es ist meine "Schuld" ... ... Dieses Gefühl, an allem Schuld zu sein, wird mich mein Leben lang verfolgen... ... Mein "Lieblingsspruch" ist heute: Die Täter werden bestenfalls zu Haftstrafen verurteilt. Wir Opfer haben lebenslang - ohne Aussicht auf Begnadigung. ... Ich weiß, das klingt alles nicht so extrem, aber schlimm war es... für mich... Meine Geschwister waren zu dritt. Sie hatten sich gegenseitig. Ich war allein... Und hilflos... Ich würde gern ein Gespräch mit meiner Mutter führen... Einfach um zu hören, dass ich nicht komplett verrückt bin und nur an Wahnvorstellungen leide... Meine Schwester ist mein einziger Halt. Wir hatten kein gutes Verhältnis. Sie war bis vor etwa 5 Jahren eine Fremde für mich. "Frau Meyer von nebenan"... dann hatte mein Schwager einen Herzinfarkt, den er knapp überlebte. Das führte dazu, dass wir uns unterhalten haben. Sie hat mir geglaubt, denn sie hat ja meine ersten Lebensjahre begleitet. Aber sie hat sich eingeredet, es wäre nicht so weiter gegangen. Sie wollte glauben, dass meine Mutter "mit dem Fahrrad gestürzt, hingefallen..." wäre, wenn sie im Krankenhaus lag... Sie wollte sich einfach nicht vorstellen, dass es mir nicht gut gehen würde... Sie hat sich bei mir entschuldigt. Aber sie war jung, frisch verheiratet und hatte einfach Angst, ihrem Mann zu erzählen, was vielleicht passiert sein könnte... Heute sind wir Freunde, wirkliche Freunde. Ich bin froh, sie zu haben... ... Aber es ist heute noch nicht vorbei. Auch wenn er schon 5 Jahre tot ist, in meiner Erinnerung ist es, als wäre es gestern gewesen... Ich kann vieles nicht ertragen, der Geruch von Bier, macht mich heute noch krank... und ich träume davon, meine Mutter umzubringen... wieder und wieder... ... Wenn sie mit dem Tod ringt (tat sie mehrmals in den letzten Jahren) dann wünsche ich nichts sehnlicher, als dass sie sterben würde... Und jedes Jahr zu meinem Geburtstag wünsche ich mir doch nur das eine: Das sie mir gratulieren würde... was sie aber nicht macht... noch nie gemacht hat... Am Tag meiner Hochzeit haben meine Eltern gearbeitet und waren auf der Feier, damit die Nachbarn nicht denken, es sei etwas nicht in Ordnung... Mein Vater hat meinem Mann zu unserer Hochzeit angeboten, wenn er denn feststellen würde, "was ich für eine sei" könnte er gern zu ihm kommen, er würde ihn auch mit Kind gern aufnehmen... Mein Mann bekam jedes Jahr ein Geburtstagsgeschenk... ich noch nie... Als ich schwanger war, fragte meine Mutter nur "muss das sein" und beim zweiten "schon wieder" .. ... So, nun genug geschrieben. Ich hoffe sehr, diese Seite hilft anderen, mit ihrem Erleben fertig zu werden... Und niemals aufzugeben. Danke, dass ich das hier schreiben durfte, auch wenn ich nicht weiß, ob es jemand liest. Es einfach mal zu schreiben, hat mir viel bedeutet. ... Jemand muss sich für die Kinder einsetzen, die sich nicht selbst helfen können... ... Liebe Grüße Karola ***Liebe Karolina, danke dass Du uns geschrieben hast und uns Deine Geschichte erzählt hast. Wenn Du möchtest kannst Du uns auch gerne über info@schutzlos-wehrlos.de anschreiben. LG****