Patrick-Daniel

Das ist die Geschichte von Patrick-Daniel. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 2001 wurde er im Alter von sieben Monaten von seinem Vater erstickt.

Patrick lebte mit seinen Eltern und seiner zwanzig Monate alten Schwester im niederbayrischen Metten (Kreis Deggendorf). Seine Eltern waren sehr jung, 19 und 21 Jahre alt, sein Vater wuchs in einem Heim auf und war drogenabhängig.

Scheinbar hatte Patricks Vater von Anfang an ein gestörtes Verhältnis zu seinem Sohn. Seine Mutter tolerierte  die Misshandlungen durch Patricks Vater tatenlos.

Weil er angeblich so oft weinte, wurde Patrick immer und immer wieder aufs brutalste misshandelt. Schließlich, in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 2001, als Patrick erneut durch die ihm zugefügten Schmerzen schrie, hielt ihm sein Vater so lange die Hand auf den Mund, bis er starb.
Danach verständigten Patricks Eltern den Notarzt und wollten die Tat vertuschen, indem sie angaben, ihr Sohn sei am plötzlichen Kindstod verstorben.

Die Obduktion bewies aber nicht nur, dass Patrick erstickt wurde, sondern auch, dass ihm einige Tage vor seinem Tod ein Schädelbruch zugefügt worden war. Ebenso wurden ältere Brüche der Rippen, der rechten Schulter und des Oberschenkels festgestellt.

Gegen Patricks Vater wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt Regensburg eingeliefert. Auch Patricks Mutter wurde vorläufig festgenommen, dann aber wieder aus der Haft entlassen. Gegen sie wurde aber wegen Verdachts auf Beihilfe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sie habe nichts getan, um ihren Mann von den Misshandlungen an dem gemeinsamen Sohn abzuhalten.

Patricks zwanzig Monate alte Schwester wurde bei Verwandten untergebracht und das Jugendamt wurde eingeschaltet.

Gerichtsurteil:
Das Verfahren gegen Patricks Mutter wurde eingestellt. Es hätten keine eindeutigen Beweise vorgelegen, dass auch sie Patrick misshandelt habe beziehungsweise von den Misshandlungen ihres Mannes gewusst habe.

Auf Grund seines Heroinmissbrauchs handelte Patricks Vater, so stand es in der Anklageschrift, in einem Zustand verminderter Steuerungsfähigkeit. Der junge Mann bestritt vehement, auf das Baby eingeprügelt zu haben. Er gestand aber, dass er seinem Sohn „kurz“ den Mund zugehalten hätte.

Die Tat und die Folgen täten ihm leid,  sagte er zum Tode seines Sohn Patrick.

Der damalige Bundeswehrsoldat, inzwischen 20 Jahre alt, wurde schließlich nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags zu sechs Jahren Jugendhaft verurteilt.