Yannick

Laterne-Yannick-Berlin-sephia_1Das ist Yannicks Geschichte. Yannick, gerade erst drei Jahre alt geworden, wurde monatelang auf brutalste Art und Weise körperlich und seelisch misshandelt. Er starb am 30. Januar 2002 um 19.55 Uhr im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn.

Yannick lebte mit seiner Mutter und deren Freund sowie seinen beiden Geschwistern im Alter von fünf und sieben Jahren zusammen in Berlin-Köpenick.

Yannick, als Jüngster der Familie, entsprach nicht den Vorstellungen, die der Freund der Mutter, ein angehender Pädagoge, hatte. Er sah es als seine Aufgabe an, die Erziehung zu übernehmen. Der junge Mann wurde gegenüber Yannick zunehmend aggressiver und irgendwann wurde Yannick ihm und seiner Mutter lästig.

Wenn Yannick sich nicht schnell genug anzog, gab es Faustschläge. Sprach Yannnick nicht deutlich genug, wurde er brutal gebissen. Wollte Yannick nicht essen, wurde er kalt gebadet. Yannick musste seinen eigenen Urin vom Fußboden auflecken. Ihm wurde verboten, mit seinen Geschwistern zu spielen. Der kleine Mann wurde isoliert, ihm wurde ein Schlafplatz im Flur zugewiesen. Yannick wurde gedemütigt, gequält und getreten. Seine Mutter und deren Freund schlugen mit Boxhandschuhen auf ihn ein. „Mal sehen, ob ich es schaffe, dich K.O. zu schlagen,“ soll der Freund dabei gerufen haben. Das Kind wurde hoch gehoben und aus anderthalb Metern Höhe fallen gelassen. Er wurde an seinem Geschlechtsteil über den Boden geschleift. Es gab nichts, was Yannick nicht ertragen und erleiden musste. Zur Erinnerung wurden auch Fotos von Yannick gemacht, auf denen er weinend, zusammengeschlagen und blutverschmiert zu sehen war.

Als Yannick eines Nachts um eine neue Windel bat, kam es zu unvorstellbaren Misshandlungen. Der Lebensgefährte holte Boxhandschuhe und befahl den beiden Geschwistern, kräftig auf Yannick einzuschlagen, immer auf den Kopf. Auch seine Mutter schlug auf ihren kleinen Sohn ein. Anschließend schlug der Freund noch mindestens 15 Mal auf Yannick ein.

Nach dieser Nacht und dieser Folter taumelte Yannick tagelang nur noch durch die Wohnung und übergab sich ständig. Weder seine Mutter noch ihr Freund verständigten einen Arzt. Beide wussten, dass Yannick daran sterben könnte und nahmen dies so hin.

Yannick lebte noch, aber er erkältete sich und hustete in der Nacht zum 30. Januar 2002 sehr stark. Das störte den Freund der Mutter so sehr beim Schlafen, dass er aufstand und sagte, er sorge nun für Ruhe. Yannicks Mutter wusste genau, was mit diesen Worten gemeint war, aber sie unternahm nichts dagegen.

Yannick wurde, bereits schwer verletzt durch die Faustschläge und anderen Misshandlungen zuvor, mit dem Kopf gegen einen Schrank geschleudert. Danach wimmerte Yannick nur noch, aber niemand half ihm, es wurde kein Arzt gerufen. Er wurde zum Sterben im Flur alleine liegen gelassen.

Erst am Vormittag alarmierte die Mutter dann doch noch die Feuerwehr. Aufgrund von Hirnblutungen atmete Yannick bereits nicht mehr. Die Notärztin traf gegen 12 Uhr mittags in der Wohnung ein. Der Notärztin gelang es noch in der Wohnung, Yannick zu reanimieren, jedoch verstarb er wenige Stunden später im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn. Sein Körper war übersät mit Blutergüssen. Er hatte überall Striemen an seinen kleinen Körper, sowie zahlreiche Kopfverletzungen.

Yannick hatte die sadistischen Erziehungsmethoden des Lebensgefährten der Mutter nicht überlebt. Seine Mutter half ihm nicht, sie ließ zu, dass Yannick zum Objekt der Aggressionen ihres Freundes wurde, und wenn Yannick bei seiner Mutter Schutz suchte, wurde ihr Freund nur noch wütender. Yannick war schutzlos und wehrlos.

Gerichtsurteil:
Das Landgericht Berlin verurteilte Yannicks Mutter und ihren Freund wegen versuchten Mordes und grober Misshandlung. Yannicks Mutter erhielt eine Haftstrafe von elf Jahren. Ihr Freund erhielt eine Jugendstrafe von neun Jahren, da er zum Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt war. Mord konnte beiden nicht nachgewiesen werden.